Juli 2017

Vom Genießen
„Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar.“ Dieses Sprichwort ist bestimmt nicht nur der Redensart nach bekannt, sondern man kennt es vielleicht aus eigener Erfahrung. Beispielsweise wenn es uns schwer fällt, auch die kleinen Freuden im Leben zu genießen, sei es ein gutes Essen, Gespräche mit Freunden, einen Ausflug mit der Familie oder ein Musikstück.

Denn wie oft werden wir vom Alltagsgeschäft überrannt, von den scheinbaren Dinglichkeiten und Unablässigkeiten im Leben, wenn wir das Schöne und die Freude nicht mehr sehen und wahrnehmen können.

So kann der Beruf zur Lebensaufgabe werden, die viel Zeit einnimmt, manchmal bis in den Feierabend hinein. Oder ein kleiner Ärger ergreift uns in einer Weise, dass dieser sowohl unser ganzes Tun als auch unsere Gedanken in Gänze in Anspruch nimmt und durchdringt.

Dies alles kann uns nicht nur von den Freuden im Leben ablenken, sondern auch von uns Selbst. Es ist wichtig in unser Herz einzutauchen, uns selbst anschauen und zu fragen: Was möchte ich in meinem Leben? Was befähigt mich mein Leben zu genießen? Es gilt, nicht im Morgen oder Gestern verhaftet zu bleiben und zu leben, sondern Freiheit zu gewinnen, indem wir im Hier und Heute ankommen und uns auch von unseren Herzenssachen ergreifen lassen. Denn deutsche Wort „genießen“ meint in seinem Ursprung nach „fangen, ergreifen“. In diesem Sinne fordert uns das Genießen auf: Ich lasse mich ganz auf eine Sache ein, ich spüre, was ich tue, sehe, schmecke und freue mich.

Genießen ist eine Kunst, die gelernt sein will – für mich selbst und für die anderen viele Menschen. Carpe diem!
Ihre Catharina Buck